Am Dienstag……..

ist meine Mutter im Altersheim verstorben. Ich kam gerade von der Arbeit als der Betreuer meiner Mutter an der Tür klingelte. Als ich aufmachte und bemerkte das es eben jener Betreuer war, wurde mir direkt bewusst, das er nicht einfach so vorbei kommt.

Ich wusste überhaupt nicht wie ich darauf reagieren sollte. Wie reagiert man darauf? Wie reagiere ich darauf? Ich glaube, er merkte es auch und blieb dann auch nicht so lange. Das Bewusstsein das sie jetzt nicht mehr da ist…………….irgendwie handelte ich an diesem Tag nur noch mechanisch. Zumal ungefähr eine halbe Stunde später schon das Heim anrief und mich fragte was denn jetzt wäre, wie und wann meine Mutter denn jetzt abgeholt würde und so weiter. Als ich ihnen dann mitteilte, das ich eben dies selber erst seit einer halben Stunde wüsste, schien ihn das dann doch etwas peinlich zu sein.

Vollkommen mechanisch, nur mein Körper schien darauf zu reagieren, bin ich dann zu einem Beerdigungsinstitut gegangen. Zum Glück dauerte es nicht so lange, all dies zu besprechen. Ich/Wir wollten alles ziemlich einfach, kein großes Drumherum.

Dazwischen habe ich meinem Sohn das von seiner Oma noch mitgeteilt, wobei er es einfacher aufnahm als ich.

Ich bin dann am nächsten Tag trotzdem arbeiten gegangen und auch gestern. Ich denke mir das alles besser ist als jetzt alleine zuhause zu sitzen. Die Zeit bis zur Beerdigung wird sicher noch schwer werden. ( Zumal hier jetzt auch noch Karneval ist, worauf ich überhaupt keinen Bock habe, dadurch sich allerdings alles nach hinten schiebt und man selber dann eher nur zuhause rum sitzen kann )

Allerdings weigert sich mein Geist noch den Bestand zu akzeptieren das sie wirklich tot ist. Am Mittwoch fing es dann langsam an sich geistig zu manifestieren, doch meine Gefühle wollen oder können nur begrenzt raus. Dafür bekam ich dann eine heftige Angst/Panikattacke, wie schon seit Jahren nicht mehr. ( Dachte sogar kurzzeitig das ich es nicht aushalten könnte) M. meinte auch das dies davon kommt, das meine Gefühle nicht ganz rauskommen. Aber es ist nicht so das ich sie bewusst zurück halte. Eigentlich ist es eher so das ich sie sogar akzeptiere, ein wirklich Fortschritt für mich. Allerdings ist es auch so das sie so freiwillig nicht heraus kommen können, da einfach sehr viel Angst dahinter steckt, eben wegen dem was dann passiert ! ( Das hat auch etwas mit der Vergangenheit zu tun )

Also versuche ich mich abzulenken und nicht den Fokus auf den Tod und die Beerdigung zu lenken. Wenigstens wenn ich dann auch noch alleine bin. Momentan kommt mir sovieles seltsam vor. Immer wieder sehe ich ihre Bilder, Szenen, vor meinem geistigen Auge. Momentan schlafe ich auch nicht gerade gut, trotz arbeiten und Übermüdung. Es ist so als würde mir langsam bewusst das dies die Realität ist, das ich sie nie wieder sehe. Egal was früher war, ob sie eine gute Mutter war oder nicht. Ich schrieb ja schon das ich meinen Frieden mit der Vergangenheit gemacht habe. Trotz allem war das. Sie, irgendwie eine Sicherheit. Klar, ich weiß auch das dies nur gefühlsmässig oder psychisch ist, schließlich lebe ich ja schon jahrzehnte ohne meine Mutter, also selbstständig. Trotzdem ist es gefühlsmässig etwas ganz anderes.

Und irgendwie komme ich dadurch auch ziemlich verunsichert vor, entwickle wieder Ängste. Seltsam, nicht so als wäre ich ein erwachsener Mann. Ich stehe vor dem Spiegel und schaue hinein. Sehe in mein Gesicht und denke was siehst du? Nein, ich glaube Gefühle sind nicht altersbeschränkt. Ich erinnere mich wage auf der Beerdigung meines Opas, der Vater von meinem Vater. Wie mein Vater geweint hat. Er, der stärkste und härteste Mensch, den ich kennengelernt habe. Er, der mir ständig weiß machen wollte das man keine Schwäche zeigt, keine hat und ich da voll aus der Rolle gefallen bin. Genau  wie mein mittlerer Bruder, der es dann geistig und psychisch nicht mehr ertragen hat.

Trotzdem scheint es momentan für mich nicht so zu sein wie bei dem Tod meines Vaters. ( Jedenfalls hoffe ich das sehr ) Danach war ich fast ein dreiviertel Jahr krank, psychisch ziemlich am Ende. ( Wie schon mal erwähnt, es gäbe viel zu erzählen, was die Vergangenheit angeht ) All dies möchte ich nicht mehr erleben !! Momentan scheine ich noch gefasster zu sein, wobei ich, wenigstens wenn ich alleine bin, meine Tränen schon heraus lassen kann. Dies kann sich aber noch ändern. Spätestens auf der Beerdigung, die erst nächste Woche Donnerstag ist. ( Das liegt am Karneval hier, da geht nichts ) Bis dahin werde ich mich wohl viel ablenken müssen, zumal es noch einige Aufgaben zu erledigen gibt.

Zum Beispiel habe ich noch nicht die kompletten richtigen Anziehsachen für die Beerdigung. Muss dafür noch Schuhe kaufen und solche Sachen. Alles Dinge worüber ich mir gar keine Gedanken gemacht habe. Dienstag und Mittwoch werde ich wohl versuchen auch arbeiten zu gehen, damit die Zeit auch nicht so lang wird. So ist der stand der Dinge……..bin ziemlich durcheinander, angespannt und ja auch nervös. Trotzdem sollte das Leben ja weiter gehen, muss gleich Frühstück machen und dann schauen……

Ich danke euch !

 

 

12 Kommentare zu „Am Dienstag……..

  1. Es ging plötzlich so schnell, mein herzliches Beileid. Ich weiß nicht, ob es sich gehört einen Fremden zu umarmen, vielleicht spendet es dir jedoch einen minimalistischen Trost, fühle dich fest von mir umarmt. Alles Liebe Jane

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    1. Ja, das stimmt. So hatte ich es auch nicht erwartet. Obwohl es ja klar war.
      Und ja, es spendet Trost und dabei ist es vollkommen egal obes sich gehört oder nicht, das Gefühl alleine zählt. So danke ich dir für deine Umarmung.
      Udo

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