Morgens kommt es jetzt richtig…….

raus. So langsam dringt es ganz in mich hinein, etwas was der Geist oder die Psyche nicht begreifen oder wahr haben möchte. Ja, morgens kommen die Ängste, die Trauer dann wirklich hoch. Nicht das ich sie verdrängen will, das habe ich inzwischen gelernt, trotzdem ist es für jemanden wie mich schon ziemlich…….. schwierig.

Ich bin ein Mensch, der wohl in diesem Bereich nicht so gut seine Gefühle hinaus lassen kann, sie nicht wirklich zeigen kann, vielleicht auch möchte. Sicherlich hat das auch seine Gründe. Für mich ist das peinlich, obwohl das komplett Schwachsinn ist, gerade jetzt. Allerdings war mein Leben, also Kindheit, Jugend, von einer gewissen Härte, meist psychischer Art, geprägt, das Gefühle zeigen im allgemeinen eher Unnatürlich war und als komplette Schwäche abgetan wurde. Dementsprechend wurde man dann auch behandelt. Trotzdem bin ich wohl in gewisser Weise aus der Rolle gefallen, was dann auch über jahrzehnte zu meinem persönlichen Fiasko wurde. Jedenfalls was meine Familie angeht.

In anderen Bereichen, oder bei anderen Menschen, kann ich Gefühle sehr gut nach voll ziehen, sogar sehr gut mitfühlen. Bei mir selber, gerade was den Punkt der Trauer und des Schmerzes angeht, ist es dann eher ein regelrechter Kampf. ( Wie gesagt aber, woran ich ja am arbeiten war ) So denke ich auch das diese ganzen Ängste und Depris. eher von unterdrückten Gefühlen kommen.

Was natürlich absolut Mist ist, dasich solange auf die Beerdigung warten muss. ( Hatte ich schon geschrieben ) Je näher der Tag rückt, dest größer ird die Anspannung, die Gefühle kochen und manchmal kommt sogar richtige Panik hoch. Ich versuche damit umzugehen und wenn ich nicht alleine bin fühle ich mich auch etwas sicherer. Gleichzeitig kommen dann eben oben genannte Prägungen wieder hoch, die mich selbst „belächeln“. Ein erwachsener Mann der Angstzustände hat, diese ganze Trauer fühlt………..! Und obwohl ich mich dagegen stemme, also es wenigstens versuche, gerate ich doch in Gefahr da wieder hinein zu sinken. So wird jeder Tag noch etwas zusätzlicher Seelenpein. Wobei ich hoffe das es nach der Beerdigung etwas besser sein wird! Aber wird es das? Gerade im Moment scheint alles wieder hoch zu kommen, die Vergangenheit, immer wieder sehe ich auch Bilder von meiner Mutter vor mir und etc. ! Ich glaube dies Schreiben hier ist auch ein Umgang damit.

Am Samstag habe ich dann entgegen aller Gründe meinen älteren Bruder angerufen, allein schon weil ich wollte as wenigstens was das angeht ein wenig Frieden herrscht. So rief direkt Morgens an, wo die Chance besteht das er erreichbar ist und auch nüchtern. Habe ich schon von meinem älteren Bruder J. berichtet? Die weitere Ausführung meines allzu härteren Vaters mit einem Schuss Sadismus. Ok, vielleicht kann er ja nichts dafür. ( Vielleicht erzähle ich mal später davon wie das so wahr. Jedenfalls nicht sehr gut )

Jedenfalls haben wir fast zehn Jahre keinen wirklichen Kontakt gehabt, aus Gründen. Und zuerst lief das Telefonat auch ganz gut. Ich erzählte wie das mit der Beerdigung laufen sollte und das sie sich keine Gedanken wegen den Kosten machen müssten, wobei er dann schon nachfragte. Am Schluß meinte er dann wir sehen uns am Donnerstag. Danach bin ich schnell Frühstück holen gegangen. Dann klingelte wieder das Telefon und seine Frau war dran, genau wie am Anfang beim ersten Telefonat. Ob wir zuhause wären? Ich meinte Nein, und das wir auf dem Sprung wären. Was denn noch wäre? „Nichts ! Wir wollen vorbei kommen“! Und da merkte ich schon wieder, wie der Zug ins Rollen kommt. Sie über alle Grenzen gehen und das eigentlich nur ihr Wille zählt. Als ich dann aber widersprach und sagte das dies nicht gehe, was wirklich den Tatsachen entsprach, und ich sowieso keinen Kontakt, jedenfalls tieferen möchte, ohje, da war das vorherige Gespräch wieder vergessen. Ziemlich agressiv, schnippisch etc. meinten sie mehrmals „Dann ist es gut. Dann ist es gut“ Und aufgelegt. Als ich mich dann mit M. besprach und nochmals bei ihnen anrief, ging schon keiner mehr ans Telefon. Vielleicht war das auch gut, denn ich war schon wieder in der Gefahr meinem Bruder nachzugeben. Und wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch keinen tieferen Kontakt mehr mit ihnen haben. Eigentlich mit keinem aus meiner Familie, ausser meinem behinderten Bruder. Zuvieles ist da geschehen und nichts hat sich eigentlich geändert. Denn ich sollte mich selbst akzeptieren können. Ich bin anders, gefühlvoll, sensibel, trinke kaum Alkohol,interessiere mich für andere Menschen und das Leben und noch mehr. All das was entgegen meiner Familie, meiner Erziehung steht.

So, heute ist Rosenmontag, werde gleich mal etwas Frühstück machen und versuche mich abzulenken und hoffen das es nicht allzu heftig wird. Ich danke euch, das ihr mir „zugehört“ habe und auch für eure ehrlichen und lieben Worte. Denn das ist auch etwas was ich noch lernen muss, das man ganz anders auch mit mir umgehen kann. Danke.

 

4 Kommentare zu „Morgens kommt es jetzt richtig…….

  1. WIchtig ist, DU selbst zu bleiben und vor allem bei dir. Die anderen haben deine Grenzen genauso zu akzeptieren, wie sie die ihren akzeptiert haben möchten.
    Es gibt immer Gründe warum sich jemand von der Familie distanziert. Manchmal kann es sich nach Jahren und mit einem anderen Blick auf die Dinge wieder ändern. Sei nicht zu hart. Gib deinem Bruder eine Chance. Sicherlich braucht er im Moment DEINE Hilfe und ihm fehlt die Empathie dich zu verstehen. Versuche hier einmal ihm und deiner Schwägerin deine Sicht ganz ruhig zu erklären und dass sie dein Verhalten bitte akzeptieren möchten. Es könnte ja sein…
    Noch etwas: Wenn wir selbst unser Verhalten ändern, wird sich auch das Verhalten des Gegenüber ändern. Der Ton macht die Musik 😉

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    1. Nun, sagen wir mal so, mein Bruder braucht wohl kaum meine Hilfe. Er ist ziemlich überzeugt von sich, und Gespräche gab es schon einmal früher. Ich kann das jetzt nicht alles erzählen, aber glaube mir, da ist kein Entgegenkommen vorhanden.

      Wie gesagt, man kann das sicher erst alles verstehen, wenn ich mal darüber schreibe. Die wenigsten die darüber wissen, können es kaum fassen. Aber egal. Ich bin ja trotz allem auf ihn zugegangen, irgendwie scheint es aber nichts genützt zu haben.

      Und das mit dem Ton und der Musik bin ich wohl eindeutig die falsche Adresse !

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      1. O.k. Ich wollte dir nicht zu Nahe treten.
        Meist ist es doch so, dass man selbst lauter wird um einmal gehört zu werden (geht mir so!)
        Ansonsten habe ich bisher schon herausgelesen, dass du der sanftere Mensch bist.
        Dein Bruder „vermittelt“ den Eindruck keine Hilfe zu brauchen und er würde es niemals zuzugeben. Es ist eine Ausnahmesituation bei euch.
        Als Außenstehender weiß ich zu wenig über die Hintergründe. Ich habe hier nur mal meine Gedanken mitgeteilt und wünsche dir natürlich viel Kraft!

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      2. Hallo, alles ist ok ! Ehrlich.
        Und im allgemeinen das kannst du auch nicht alles wissen, eigentlich kann das niemand wissen !

        Es soll hier auch nicht um meinen Bruder gehen ! Vielmehr darum wie es selber mir geht gerade und wie ich versuche damit klar zu kommen. Welche Ängste und Zweifel mich gerade beschäftigen und für mich zu hören, wie andere damit umgehen.
        LG

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