Gedankenklartext?

Seit dem Tod meiner Mutter spüre ich ein psychisches Donnergrollen oder Beben in mir. Intensive Bewegungen wie ein rasender Zug durch meine Seele. Und er lässt Teile oder Szenen meines Lebens immer wieder vor mir ablaufen, mich wieder erleben, spüren und fühlen. Und diese Spots erzeugen teilweise Wut, Zorn oder Trauer, die mich derzeit scheinbar beeiflusst. Mich teilweise sehr unzufrieden macht, weil ich erkenne oder zu sehen glaube, das vieles falsch läuft, das einiges nicht so sein sollte wie es ist, das vieles niemals hätte sein sollen wie es war. Vielleicht lassen sie mich auch erkennen wie wenigstens ein Teil von mir aussieht, oder welche Wünsche und Hoffnungen in mir sind. Aber es kann auch sein das gerade diese Wünsche ein Produkt eben dieser Vergangenheit sind!? Sind sie dann falsch oder einfach nur negativ? Gerade in Punkto Sexualität ist besonders dahin zu weisen. Gerade jetzt stelle ich fest das ich sehr erregt werde, wenn eine Form der Erniedrigung statt findet. Dies äußert sich sehr in sexueller Form. Ich meine keine schmerzlichen, körperlicher Form, sondern aus meiner Sicht lustvoller, doch sicherlich nicht alltägliche.

Doch gerade dieses Beispiel passt dann nicht in mein derzeitiges Leben. Weil die Frage ist diese Neigung, auch wenn sie vielleicht nur zeitweise ist, ein Produkt eben dieser Vergangenheit, oder ist sie wirklich ein Teil von mir. Und weiter ist klar erkenntlich das dies überhaupt nicht zwischen mir und M. Passt. Dadurch ist die Stimmung zwischen ihr und mir aus einem weiteren Grund ziemlich gestört.

Die letzten Tage wache ich jeden Morgen viel zu früh auf. Während die anderen noch schlafen, liege ich wach weil eben die Gedanken einfach nur noch am kreisen sind. Hatte ich gedacht, wirklich gedacht, das mit dem Tod meiner Mutter, die Sorgen wenigstens ein wenig abnehmen? Wahrscheinlich schon, doch irgendwie scheint es umgekehrt der Fall. Oder die Schwerpunkte haben sich einfach verändert. Zum Teil liegt er jetzt auf meinem Sohn, der Autist ist. Ich hatte schon früher davon berichtet. Er ist inzwischen siebzehn Jahre alt, wird dieses Jahr achtzehn und lebt eigentlich fast komplett isoliert. Soll heißen er lebt eigentlich in seinem Zimmer und beschäftigt sich nur mit PC-Spielen und Youtube Videos. Überhaupt nicht in der Lage sozial Kontakt aufzunehmen verlässt er eigentlich gerne gar nicht die Wohnung. Wobei er schon fast täglich an einem Programm, vier Stunden pro Tag, für Autisten teilnimmt. Aber selbst dort hat er keinen sozialen Kontakt. Die Frage was er denn beruflich machen kann stellt sich soweit erst gar nicht, zumal er noch nicht mal einen Schulabschluß besitzt. Jeder Versuch meinerseits mit ihm über diese Thematik zu reden wird komplett abgelehnt. Doch wie soll es da weiter gehen?

Aber anderseits und diese Frage muss ich mir wirklich stellen, wie zufrieden bin ich selbst mit meinem Leben? Jetzt da irgendwie so vieles hoch kommt, so vieles wieder an Bedeutung gewinnt?

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