Akzeptanz…….?

Normalerweise, so denke ich mal, oder habe es mal gelernt, gehört, sollten Eltern in der Lage sein ihren Kindern Geborgenheit zu geben. Normalerweise ! Aber was ist wenn dies nicht möglich ist? Sehe ich meine Mutter habe ich jetzt erst erkannt das sie  niemals in der Lage war Geborgenheit zu schenken ! Dies Erkenntnis kommt jetzt nicht als Anklage. Das wird und würde auch nichts bringen und eigentlich bin ich auch nicht der Typ dafür.

Bei meiner Mutter war es eigentlich genau anders herum. Das sie die Geborgenheit brauchte. Absolut. Von ihren Kindern. Und die nahm sie sich auch. Von ihrem Mann, meinem Vater, kam da wohl nichts. Mein Vater war das absolute Gegenteil. Die Härte pur !! Also nahm sich meine Mutter ihre Geborgenheit, egal auf welche Art, von ihren Kindern. Das über jahrzehnte. Soweit das es wohl andern schon auffiel. Ok, meine Mutter konnte selbst nichts dafür, sie verlor ihre Mutter sehr früh, wuchs dann bei ihrer Stiefmutter auf etc.

Das ist also der Hintergrund. Zurück zu mir. Jetzt wo meine Mutter gestorben ist, stelle ich fest, das mir im Leben so einiges fehlte oder fehlt. Dafür kann ich selbst niemanden verantwortlich machen !! Weil mir selber, die Akzeptanz dafür fehlt/e.

Eigentlich bin ich wohl ein Mensch, der Geborgenheit braucht ! Über all die Jahre kam ich nie auf die Idee das ich so etwas brauchen würde. Im umgekehrten Fall schenke ich diese Geborgenheit oft und viel 🙂 Aber für mich selbst? Um weiter ehrlich zu sein; stellte sich für mich niemkals die Frage. All die Jahre wo es mir immer wieder psychisch nicht so gut ging/geht, wäre ich nie auf den Gedanken gekommen das ein Teil davon fehlende Geborgenheit ist/wäre. Eher im Gegenteil bin/war ich der Überzeugung das dies Unmänlich ist ( Erziehungsspuren meines Vaters) , das Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein nur durch absolute Unabhängigkeit, Selbsthärte, zustande kommt. ( Etwas was ich ja nie erreicht habe. )

Jetzt stehe ich auch an dem Punkt wo all dies wieder einmal zusammen bröckelt. Ihr seht das Leben bringt immer neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Ich stehe da mit der Aufgabe zu akzeptieren das ich ebenso ein Mensch bin, für den Geborgenheit wichtig ist. Und das es wohl auch nichts schlechtes ist, auch nicht für einen Mann. Noch sehe ich das wohl so, das mich dass schwach macht. Und diese Schwäche macht mich ängstlich, unsicher. Und natürlich erliege ich der Gefahr wieder alles zu verdrängen. Das kommt sehr bekannt vor.

Vor allen Dingen auch der Umgang damit!? Ich meine, das könnte es auch für meine Mitmenschen schwieriger machen. Oder? Ist diese Gesellschaft sowieso nicht eher darauf ausgelegt, das der Mensch selbstsicher und stark ist? Kann ich andere nicht auch damit überfordern mit dem Wunsch nach Geborgenheit? All die Jahrzehnte des Verlust kann man schließlich nicht wieder aufholen!? Ihr seht, ich winde mich………… 🙂

 

Nun gut, ich weiß die wenigsten schreiben hier so ihre Kommentare runter. Trotzdem würde mich eure Meinung, eure Sichtweise interessieren. Wie ist das so mit Akzeptanz, mit dem Umgang……………?

14 Kommentare zu „Akzeptanz…….?

  1. Dass ein Mann zeigt, dass er Geborgenheit braucht, ist für mich keinesfalls ein Zeichen von Schwäche. Eher im Gegenteil! Für eine Frau ist es doch toll das mal von einem Mann zu hören. So würde ich es jedenfalls für mich sehen. 😊

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    1. Ok, danke. Wobei mir natürlich zwei Gedanken dazu kommen. Zum einen ist es sicher so, das gerade in dieser heutigen, wobei meine Erziehung zeigte ja, das es nichts mit der Zeit zu tun hat, Gesellschaft, besonders bei/unter Männer, nicht so offen und frei gut ankommt.
      Und zum anderen ist es auch eine Frage wieviel Geborgenheit man braucht oder welche Ausmaße dies so annimmt. (Z. B. die ganze Geborgenheit kann man nicht nachholen, aber auf der anderen Seite lasse ich diese Gefühle zu, entstehen auch Ängste, welche widerum einem Mann nicht zustehen! Oder doch? )

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      1. Die Zeiten haben sich geändert. Zum Glück! Ich bin auch nicht der empathischste Mensch aber so what?! So bin ich halt. Wenn du also Ängste hast und Geborgenheit suchst, dann ist das völlig ok.

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  2. Ein interessanter und ehrlicher Beitrag, den ich gerne kommentiere.
    Ich denke, jeder Mensch, auch wir Männer, sehnen sich nach Geborgenheit, den sicheren Heimathafen, jemanden der einen mit Liebe und Wärme umgibt. Der Mensch ist nicht dafür bestimmt alleine zu leben und wenn er mit jemandem zusammenlebt, der ihm diese Geborgenheit nicht geben kann, fehlt etwas. Ich stehe dazu, Geborgenheit zu brauchen.
    Andere damit überfordern tust Du nur, wenn sie nicht in der Lage sind, Dir diese Geborgenheit zu vermitteln. Liebende Menschen tun dies aber automatisch.

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    1. Also erstmal: Danke !

      Ich glaube, und du siehst es hier, das es nur wenige Männer gibt, die es so sehen und auch äußern.
      Natürlich hängt es an meiner Erziehung, ich habe es ja nur gerade hier angerissen. Ich sehe es genau wie du, kann es aber noch nicht vom Gefühl her für mich umsetzen.
      Für andere kann ich jede Form der Geborgenheit und Gefühl aufbringen. Für mich selbst in Anspruch zu nehmen fällt mir ziemlich schwer. Trotz aller Logik etc.

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      1. Sollte man meinen! Und es ist ja nicht so, das in der heutigen Zeit, also jetzt, bereit wären etwas zu geben. Sondern vielmehr das ich für mich selber es mir gar nicht zugestehen kann dies zu fordern oder für mich in Anspruch zu nehmen.
        Auf der anderen Seite würde mich nie fragen ob ich das geben wollte oder nicht, weil ich es einfach tue. Schon aus meinem eigenen Gefühl heraus.

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      2. Es ist schwierig, auch für mich, mich zu fragen, was ich dem Anderen geben will. Es kommt einfach so, aus dem Herzen. Aber glaube mir, es ist auch gut so, weil es sich richtig anfühlt. Wer Dir nichts zurückgeben kann oder will ist nicht der Mensch, mit dem Du Dich umgeben solltest. Da wird die Auswahl klein, ich weiß das… leider!

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      3. Nun es ist jetzt nicht die Frage ob die Anderen mir etwas zurück geben können oder wollen, sondern wie ich damit klar komme, das ich ein Mensch, der dann doch Geborgenheit brauche und das dies vollkommen ok ist !!!

        Früher stellte sich für mich die Frage nie und habe diese Situation, damals, auch nie in Frage gestellt.

        Liebe Grüße

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      4. Es ist legitim sich diese Frage zu stellen und auch für sich zu beantworten. Jeder Mensch sollte sich im Klaren sein, welche Bedürfnisse er hat. Von Zeit zu Zeit muss man reflektieren und sich fragen, was man will…

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